Florian Scharf *1990

Lyrik ist mein Vorschlag am Ende einer langen Krisensitzung


"Ein antiker Philosoph meinte, um etwas gut zu beschreiben,

muss man zunächst herausfinden, was es nicht ist.

Das, was übrig bleibt von all dem Nichtsein, ist das Sein.

Nun: Schreiben ist nicht mein Leben. Das habe ich relativ früh festgestellt.

Damit meine ich, dass ich mich nicht wie ein Schriftsteller fühle.

Ich schreibe nicht kontinuierlich.

Es gibt Phasen in meinem Leben, in denen mich das Schreiben begleitet.

Es ist ein streunender Hund, der sich Bleistifte in die Nase steckt

und mich besucht, wenn es ihm passt.

Auch denke ich mir keine Geschichten aus. Was ich schreibe ist keine reine Fiktion.

Es sind Dinge, die mich oft schon ziemlich lange beschäftigen.

Andererseits führe ich kein Tagebuch. Ich gebe damit nichts zu Protokoll,

keine Geständnisse, keine Zeugenaussagen.

Ich denke, ein wenig ist Schreiben für mich die Suche nach Antworten,

denn der Moment des kreativen Schaffens erfüllt mich mit einer tiefen Klarheit,

die sich im nächsten Moment wieder selbst hinterfragt.

Unser Erleben beruht auf verschiedenen Sinnen.

Deswegen ist es mir wichtig, dass Kunst dem gerecht wird, Worte allein genügen nicht.

Ich denke, man muss sie hören, anfassen, riechen und mehr können.

Deswegen vertone ich und deswegen wünsche ich mir Kunst auf Papier."