Mordsgier

 

Schon seit Stunden schlich er um das Gebäude, den Tod im Gepäck. Das heute der Nachthimmel vollkommen bedeckt war, machte ihm nichts aus. Seine Augen waren die Dunkelheit gewohnt. Die Nacht, sein Freund und Helfer, verschluckte jedes Geräusch. Einen festen Plan hatte er nicht. Irgendwie fand sich meistens eine Möglichkeit hineinzukommen. Und wenn nicht, gab es weitere Nächte und andere Orte. Er hielt sich zwar erst seit einigen Tagen in dieser Gegend auf, hatte aber schon zweimal zuschlagen können um seine Gier zu befriedigen. Alle besaßen sie etwas, das er begehrte, darum mussten sie sterben. Es war leicht gewesen, so leicht. Natürlich hatten sie geschrien, aber als er die Kehlen durchtrennt hatte, erstickten die Schreie im Geräusch des gurgelnden Blutes. Allein bei dem Gedanken daran zitterten seine Lippen und der Geschmack des Blutes legte sich wie ein warmer Pelz auf seine Zunge. Vorfreude verschlug ihm für einen kurzen Moment den Atem, dann riss er sich zusammen. Nichts durfte seine Vorsicht trüben, wenn er Erfolg haben wollte.

Wieder und wieder suchten seine Augen die Wand ab, hinter der er sein ahnungsloses Opfer im Schlafe wusste. War da nicht ein loses Brett?  Seine Augen leuchteten auf, er hatte die Schwachstelle gefunden. Mehr brauchte er nicht und niemand würde ihn jetzt noch aufhalten können. Er wusste, einmal im Gebäude drin, gäbe es kein Halten mehr für ihn. Ohne Rücksicht würde er sein Opfer töten um seine Gier zu stillen. Die Schwärze der Nacht würde es ihm möglich machen zu verschwinden ohne Spuren zu hinterlassen. Aufgeschreckt durch die Todesschreie würden sie ihn zwar  jagen, aber er war um so vieles schlauer und flinker. Befriedigt gluckste er in sich hinein und machte sich geduldig an sein Werk....

 

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