Mittendrin

und außen vor

Szenen des Lebens

 

 

bella matribus detesta

( die von den Müttern verfluchten Kriege)

 

Lieb Vaterland,

brennt unter stolzgeschwellter Brust.

Ein tödlich´ Schwur

quillt singend über junge Lippen.

Ein letzter Kuss

berührt noch Erde,

die schon nach Rache schreit.

Der Liebsten Bild

berührt das Herz,

das dürstend schon

nach Kampfe lechzt.

 

Und eine Mutter weint

 

P.K.

 

Kurzzeit Leben

 

Stetiger Wandel

beherrscht das Denken,

Normen kommen und gehen.

Im Wald lauscht der Wolf

dem Mond.

So war es immer…

so wird es bleiben…

 

Nur der Mensch

trachtet nach mehr.

Und vergisst dabei ..….

den Kurzzeitwecker

in seiner Tasche.

 

P.K.

 

 

Wunder ?

 

Im Osten ging die Sonne auf

und erschrak.

Sah sie doch eine Schwester

zeitgleich im Westen,

die ihre Kraft noch überstieg.

Im Osten fiel etwas Regen

und fragte sich,

warum im Westen

der Himmel Asche weint.

Im Osten blühte eine Rose

und bekam nicht  mit,

dass im Westen

der letzte Baum

vor Schmerzen schrie.

 

P.K.

 

Befleckte Unschuld

 

Der Kinderaugen Unschuldsblick,

weiß auf weiß gebannt

vom Schöpfer allen Lebens.

Noch strömt die Makellosigkeit

aus allen Poren des Gewebes.

Nichts was das Klare trübt.

Doch  reicht ein Tropfen nur,

gewaltsam Blut,

um reinstes Weiß zu schänden.

 

Schwer zieht sich Schuld

durch jeden Pinselstrich

 

P.K.

 

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf

 

Er verstand sie nicht,

diese, seine Welt.

Sein Herz erstarrte

in der Kälte,

in all dem Hass,

in all dem Leid.

 

Niemand gab ihm Antwort,

wenn er fragte.

So türmten sich

die Fragen

und mauerten ihn ein.

 

Schlafe,  mein Prinzchen,  schlaf.......

 

Mutters Stimme,

nie klang sie süßer.

Er fühlte die Hände,

so warm, so weich,

als der Stuhl fiel.

Und die Kälte wich.

 

Er war erst zehn.

 

P.K.

 

Und am Rande des Himmels ...

 

Wind streichelt die verdorrte Erde,

ein Schlaflied für die Toten.

Summt mit dem Untergang der Roten,

auf das es Nacht nun werde.

 

Über allen Kirchen dieser Welt

hängt blass die Silberscheibe.

Mit nichts als Tränen noch am Leibe,

bis auch sie zu Staub zerfällt.

 

Das goldene Kalb ist längst schon tot,

doch alle Sternlegionen

lobpreisen ihre Religionen

selbst noch in höchster Not.

 

Und am Rande des Himmels

steht ein Gott und weint.

 

P.K.

 

Ansichten einer Schaufensterpuppe

 

Mag euch mein Horizont auch klein erscheinen,

so seh ich doch, so Aug in Aug

mit dir, du Mensch,

ein Mehr an Welt,

das nicht an Glanz verliert,

weil eilig Schritte es misshandeln.

 

Seh klarer wohl die Jahreszeiten,

denn kalkulierbar ist der Winkel

jedes Sonnenstrahls .

 

Sitz hinter Glas, brauch keine Steine,

bin eurem ew´gen Streben

längst entrückt.

 

Im Slapstick-Kino könnt´s nicht besser sein.

 

Wie gut, dass Spott nur in Gedanken weilt

und meiner Augen Ausdruck starr.

 

Auch ich muss meine Miete zahlen.

 

P.K.

 

Betrachtungen eines Reisenden

 

Das Auge, es zerbricht

an fehlerbehafteter

Vollkommenheit.

 

Das Wesen,

stets jenem Gotte dienend,

des Preis ihm nicht zu hoch erscheint,

gibt Rätsel auf.

 

Die Spuren die es hinterlässt

sind blutgetränkt.

Doch unter Asche sieht man

ein Krautgewächs

in zartem Grün.

 

Was nicht in Lachen wird erstickt,

stirbt einen schnellen Tod,

in salzig Flüssen.

Ein stetig Wandel

beherrscht das Tun.

Gelenkt durch Nasen,

die mit jedem Wind sich drehen.

Fast wie ein Tanz

durch tausend Welten.

 

Wie wundersam erscheint es mir

in jenem Wesen

ein Werkzeug zu entdecken,

das scheinbar Quell

des Ganzen ist.

 

Ecce homo

 

Siehe, ein Mensch

 


P.K.

 

Hoffnungsgrün

 

In Blut getauchtes Hoffnungsgrün

netzt tränenbildend den Asphalt.

Der Ruf nach Freiheit ist erstickt

in tosender Gewalt.

 

Märtyrer sterben stets ganz leise,

schmervoll und sinnlos ist ihr Tod.

Erst durch den Bruch der Augen

begreift das Volk die Not.

 

Nun überschlagen sich die Stimmen

die Welt muss jetzt versteh´n.

So kann es und so darf es

mit uns nicht weitergeh´n.

 

Zu spät zu spät, sagt einer

und kniet traurig vor ihr nieder.

Zwar sind die Freiheitsrufe lauter,

doch du...kommst niemals wieder.

 

P.K.

 

Was frei geboren ...

 

Der Geist sagt man, sei zügellos.

Doch zieht der Tag an festem Strang.

Nur in der Nacht kann sich entfalten

was in den Sonnenstunden

kleinkariert gekleidet ist.

 

Des Überlebens Willen, sagt man.

Doch in den Ecken wird die Sense

schon geschwungen.

Die Freiheit,die der Mensch erstrebt,

besteht nur noch im Selbstbetrug.

 

Was zählt ist nur noch Zwang

und Unterwerfung.

Der Geist nur mehr

noch Randerscheinung ist.

 

Der Sattel ist zu fest geschnürt.

Und wir, einst stolze Reiter,

halten keine Zügel mehr.

 

Was frei geboren,

sollte nicht in Ketten liegen.

 

P.K.

 

Jüngstes Gericht

 

Liebe hat der Hass verschüttet,

Donnergrollen, heißer Zorn.

Was verband, völlig zerrüttet,

ausgelöscht ist Lebensborn.

 

Unter Pesthauch liegt das Land,

an den Mauern klebt das Blut.

Schwarz  die Seelen, ausgebrannt.

Wo man hinsieht Teufelsbrut.

 

Hundert Meere reichen nicht,

dass der Mensch von Schuld befreit.

Heute schon tagt das Gericht,

Erde ist dem Tod geweiht.

 

Reue folgt der Gier, dem Neid,

klagend strecken Hände sich.

Mensch, er tut sich  selber leid.

Doch die Wahrheit sieht er nicht.

 

Gnadenschreie sie verhallen,

Untergang,  er wird bestimmt.

Ausgeführt von den Vasallen,

weil der Mensch nur sich wahrnimmt.

 

Mensch, er krümmt sich wie ein Wurm,

Abbild einer Kreatur.

Erde glüht im Feuersturm,

er vernichtet jede Spur.

 

Finsternis ist jetzt erwacht,

Sonne niemals wieder scheint.

Tage werden nun zur Nacht

und ein schwarzer Engel weint.

 

 P.K.