Liebe Leser, diese Seite ist sehr persönlich und mancher Text nicht ausgereift.

Er spiegelt einfach nur meine Trauer wieder.

Meine Schwester ist am 23.09.2007  im Alter von 39 Jahren an Krebs gestorben.

Ich bin dankbar, dass ich sie in den letzten Stunden  begleiten durfte.

Es war ein schwerer Weg, und ich habe es bis heute nicht verarbeiten können.

Das Schreiben, hilft mir ein wenig dabei.

 

 

 Als du fortgingst

blieb es zurück,     

dein Lächeln.

Ein letzter Sonnenkuss

bevor der Regen fiel

 

 

Ich denk an dich

 

heut spielt der himmel

mit den farben

und wechselt ständig

sein gesicht

 

letzte nebelfetzen weichen

und morgensonne

 flutet langsam

diese welt

 

noch ist es regenfrisch

die kühle Luft

kriecht unter meine jacke

und lässt mich zittern

 

september eben

denk ich mir und doch

kein tag wie jeder andere

 

trotzdem

höre ich dich sagen -

herznah

 

23.09.2014

 

Die letzte Träne

 

Hilflos steh ich vor dir,
seh Tränen in deinen Augen.
Es ist, als spiegelt sich
deine Verzweiflung in ihnen wieder.

Schimmernd, wie eine Perle,
rollt eine deine Wange hinab.
Benetzt deine Haut,
bis mein Finger sie aufhält.

Ich nehme die Träne,
streich sie über meine Lippen
um dir zu zeigen,
dass dein Leid
auch das meine ist.

Ich schmecke das Salz
und fühle deinen Schmerz.
Ich wünschte ich könnte ihn aufnehmen,
so wie diese eine Träne.


Es tut weh, dich so zu sehen.
Worte habe ich keine dafür.
Es bleibt mir nur,
dich in den Arm zu nehmen
um auch die letzte Träne
mit einem Kuss zu bedecken.

 

 

 

Kein Leichtes

 

 

Es ist still hier,

ohne dich.

Und so zieht es mich,

ganz besonders heute,

wo alle sich bei

Mama und Papa

versammeln werden,

zu dir hin.

 

Es ist kein leichter Schritt,

dorthin zu gehen,

wo du jetzt bist.

 

Eigentlich bist du ja

immer bei mir,

fest verschlossen in mir drin,

ich brauche dich nicht

an diesem Ort besuchen,

und dennoch gehe ich heute

den Weg dorthin.

 

Es ist kein leichter Weg,

dorthin zu gehen,

wo du jetzt bist.

 

Es ist ein ruhiger,

besinnlicher, friedvoller Ort.

Und vielleicht kann

ich dir dort

noch ein bisschen näher sein.

Nichts wünsche ich mir mehr,

Schwester, du fehlst mir so sehr.

 

Und jetzt, während ich

dies schreibe, denke ich,

es ist ein leichter Weg

dorthin zu gehen,

wo du jetzt bist.

 

 

 

 

 

 

Es schmerzt immer noch

 

 

Es ist nicht das Grau in Grau des Tages

was mich heut seufzen lässt,

mich niederdrückt, mich fast erschlägt.

Es ist mein übervolles pochend` Herz,

das klagend Laute von sich gibt,

weil´s Sehnsuchtskummer in sich trägt.

 

Es ist nicht die Melodie die aus dem Radio klingt,

so melancholisch bittersüß,

dass Tränen gleichsam mit ihr fließen.

Es sind die Stunden die der Zeit entgehen,

die ich verbringe ohne dich,

allein kann ich sie nicht genießen.

 

Es ist nicht die Rose die verwelkt im Glase steht,

verblasstes Rot im toten Grün,

die mir Verzweiflung in die Augen treibt.

Es sind nur Fragen die mich heute quälen

nach dem Warum, Wieso

nach dem was war, was ist und was noch bleibt.

 

 

Es ist,

weil du mir fehlst

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dich und das Leben

 

Hier ruhst du nun,

keinen Meter von mir entfernt.

Und doch unerreichbar.

 

Die Sonne scheint,

ich höre eine Biene summen.

Der Himmel blau und klar.

 

Dunkelgrauer Granit,

mittig ein cremefarbenes Herz,

auf dem dein Name prangt.

 

Ein Schriftzug nur,

tief in den Stein gemeißelt,

von einer Rose umrankt.

 

Ich hör dein Lachen,

rau und kehlig wie immer,

seh dein Gesicht.

 

"Schwester stoß mit mir an,

ich hab heut Geburtstag.

Zier dich nicht."

 

Ich hebe das Glas

und proste dir zu,

trinke auf dich und das Leben.

 

Auf all die Freude

und schönen Momente,

die es mit dir hat gegeben.

 

 

 

 

 

 

Nur noch Bruchstücke

 

 

Matt ist sie geworden,

deine einstige

Lebendigkeit.

 

Das Leuchten,

dieser roten Rosen

auf deinem Grab,

kann es nicht

verbergen.

 

Die Zeit

hat dein Bild

in ihren Klauen.

Es verwässert,

eingetrübt.

 

Nur mühsam

kann ich sie noch hören,

deine Stimme.

Dein raues Lachen,

bruchstückhaft

dringt es zu mir

hinüber.

 

Mir ist so kalt

und Schamesröte

steigt in mein Gesicht.

Ganz langsam

kriecht die Angst,

dich ganz

im Nebel des Vergessens

zu verlieren.

 

 

 

 

 

 

Tränen für dich

 

 

Abschied habe ich genommen,

jeden Tag ein bisschen mehr.

Ein Stück von mir,

es ist mit dir gegangen.

Das Herz, es schmerzt noch immer.

Die Augen sind längst tränenleer.

 

 

Und dennoch befindet sich

jeden Morgen auf dem Kissen,

das Bittersalz der Nacht.

Was sich am Tage ungeweint

im trauernd Schlaf den Weg gesucht.

Ich werd dich ewiglich vermissen.

 

 

 

 

 

 

Du fehlst

 

Verdunkelt ist der Himmel,
bleischwer hängen Wolken.
Und grauer Regen fällt.
Mir ist, als würd der Tag
die Trauer die ich spüre
gleichsam mit mir tragen.

Kerzenlicht beleuchtet
sanft dein Bild
und Tränen tropfen
auf den Rahmen.

Kann mich nicht lösen.
Nicht von dir,
nicht von dem Bild,
nicht von dem Tag.

So wein ich mit dem Himmel,
der gnädig seine Schleusen öffnet
damit die Tränen ungesehen bleiben.

Du fehlst

 

 

 


Erinnerung

 

So gerne schau ich

in den Himmel.

Zu den Sternen,

die tausendfach

wohl leuchten.

Ergötz´ mich

an dem stillen,

hellen Licht.

 

Es spendet Trost

mir in der Nacht.

Ist Ort der Zuflucht,

meines Seins.

Die Sorgen

werden nichtig,

fallen nicht mehr

ins Gewicht.

 

Ich kenne jeden Stern

dort oben.

Verfolge seine Bahn,

die er im Banne

der Gezeiten,

wohl zieht.

Sich fügend in den Weg,

der ihm bestimmt.

 

Doch ist es mir

in lauen Nächten,

als ob manch Stern

der Glanz verlässt.

Und Tränen

steigen in mir hoch,

und Schmerz, der mir

den Atem nimmt.

 

~~~~~** ~~~~~

 

~~** ~~

~*~

*

 

Wenn in der Nacht

Ein Stern verblasst,

dann denke ich,

wehmutsgetränkt

an dich.

 

 

*~*

 

 

 

 

 

 

 

GRENZEN

 

 

Rote Mauern, halb verwittert,

dunkelgrüner Heckensaum,

friedet heute ein

was einstmals lachte.

Trennt das Leben von den Toten.

 

Was vor den Toren laut,

ergießt sich hier in Stille.

Selbst die Krähen,

wissen um den Wert der Ruhe.

Hocken auf dem Sims,

vertieft in schwarzem Schweigen.

 

Nur das Laub,

welch all die Gräber deckt,

wie ein warmes buntes Tuch,

raschelt leis im Winde.

Und dennoch höre ich

dein lautes Lachen.

 

 

 

 

 

 

Im Regen der Zeit

 

 

Welk sind meine Schritte

Das Herz, so weh, so weh.

Am Brunnen steht ein alter Mann,

der Schwengel quietscht ein wenig.

Dumpf schlägt die Kirchentür,

verschluckt die Frau, die vor mir geht.

Lass Erde durch die Finger gleiten

und atme tief den Schwarzgeruch.

Die Welt hält inne,

wenn meine Hand den Stein berührt.

Und durch den Regen der Zeit

leuchtet die Sonne der stillen Erinnerung.

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken am Abend

23.09.2010  21.25 Uhr

 

 

 

Wie gerne hätte ich heute

mit dir in der Sonne gesessen,

Kaffee getrunken,

wie immer zuviel geraucht

und über Gott und die Welt

geplaudert.

 

Ich weiß,

wir hätten auch sicherlich

mal wieder gestritten.

So war es nun mal zwischen uns.

Nicht immer einig

und doch durch das

schwesterliche Band verbunden.

 

Die Sonne

ist längst untergegangen,

der Himmel stürzt hier gerade ein.

Als wenn er wüsste,

wie sehr du mir fehlst

und deshalb Trauer trägt.

 

 

 

 

 

 

Flüstertöne ( Am Fenster )
31.10.2010

 

 

Auf allen Dächern liegt ein Schweigen,

die Stadt ruht sanft vor meinen Füßen.

Sie will noch nicht den Tag begrüßen,

sich nicht dem Lärm entgegen neigen.

Nur die Laterne hält ein Zwiegespräch

und flüstert  schwankend mit dem Wind.

 

Der Winter naht, ich kann ihn spüren,

sein Atem streift schon durch die Gassen.

Dort wird er Boten hinterlassen,

die uns durch dunkle Tage führen.

Auf Scheiben blühen Blumen aus Kristall

und flüstern zärtlich mit dem Wind.

 

Der Horizont zeigt sich noch träge,

als hätte er die Zeit vergessen,

und Licht sei noch nicht angemessen.

Vom Kirchturm höre ich sechs Schläge.

Ich steh am Fenster, vor mir dein Gesicht

und flüster traurig mit dem Wind.

 

 

 

 

 

 

 

Man sagt ...

 

 

Irgendwann wird es leichter,

die Trauer verstummt

und Tränen rinnen nur noch lautlos,

bis sie versanden.

Das Leben hält die Hände auf

und dein Lachen wird erklingen

wie eh und je - wie zuvor.

 

Mag sein, die Trauer wird leiser

und die Tränen weniger.

Mag sein, dass man die Hände ergreift

und auch wieder lacht.

 

Doch der Schmerz wird bleiben.

Denn nichts ist - wie zuvor.

29.11.2011

 

 

 

 

 

 

 

Ich denk an dich...

 

 

Nachtseid´nes Tuch

hüllt mich liebkosend

in seine Schwärze ein.

Der Tag,  er zieht dahin.

Nimmt mit die Last

der rauen Alltagsstunden.

 

Noch tickt die Uhr

ein wenig überlaut

auf dem Kamin.

Hab deine Stimme

noch im Ohr,

aus einem fernen Gestern,

und wie von selbst

greift meine Hand

nach deinem Bild.

 

Leg meine müden Glieder

behutsam auf die Zeit

und lausche träge den Gedanken,

die einen sanften Bogen schlagen.

In deine Richtung